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Über die Rhythmen

Carolin Pedoth
Juli 19, 2026

Heute stehe ich am Strand der Adria und schaue auf die Wellen des Meeres. Es ist noch früh am Morgen und menschenleer. Sanft trifft das Wasser auf den Sand und auf meine Füße.
Voller Faszination schaue ich auf die wogenden Schaumbänder.
Willkommen Welle!
Und schon kommt die nächste an…
Um sich im seichten Gedümpel zu geometrischen Formen zu kräuseln.
Wie schön, denke ich, wirklich alles hat einen Rythmus.

Auch wir bestehen aus Wasser und durch unseren Körper fließt eine Welle.

Als Craniosacral Therapeutin erspüre ich diese Welle mit meinen Händen. Die rhythmisch wiederkommt und anhand der ich erkenne, wo Blockaden und Freiheit, wo Leere und wo Fülle ist.

In der CranioSacral Therapie gehen wir davon aus, dass es sich hierbei um die Bewegung des Liquors handelt, der durch die craniale und spinale Dura wogt.

Aber eigentlich gibt es ganz viele Rhythmen: Es sind die Rhythmen des Lebens.

Jedes lebende System, also Organ, Gewebe, ja jede Zelle hat einen eigenen Rhythmus.

In der Viszeralen Manipulation erfühle ich die rhythmischen Bewegungen der inneren Organe.

Wie sich der Darm und Magen zueinander bewegen.

Manches Mal wie ein Schaukeln, Wiegen, Drehen.

Und ich spüre, wenn Gewebe irgendwo verklebt ist, etwa nach Operationen, durch Überlastung oder Trauma. Und löse die Blockade mit meinen Händen. So kann die Welle, die Bewegungen des Lebens, wieder frei fließen.

Und auch wir Menschen lieben Rhythmen, im besonderen unser Nervensystem.

Schon von klein auf sind wir auf propriozeptive und vestibuläre Reize angewiesen, die uns durch gleichmäßiges Schwingen Sicherheit vermitteln.

Wie meine Tochter im Tragetuch, die das sanfte Schaukeln mochte, wenn ich sie zu Lalelu im Schlafzimmer hin und her gewogen habe.

Siehe da, sie ließ sich beruhigen und liebte diesen Rhythmus, nur stehen bleiben durfte ich nicht.

Ihrem Körper war dieses Geschaukelt werden auf ursprüngliche Art vertraut.

Und an meiner Brust hat sie dem Geräusch des Herzschlag gelauscht, diesem ersten Rhythmus des Lebens, den sie schon im Mutterleib kannte: ihr eigener schnell, wie die Schmetterlingsflügel und meiner langsam und kraftvoll.

Ein Lebensrhythmus, den wir alle haben und uns am Leben hält.

Aber auch die äußere Welt schwingt in Rhythmen:

Im Auto schalte ich das Radio lauter, wenn mir die Musik gefällt. Einen Beat muss er haben, der Sound der mich zum Tanzen bringt.

Der Rhythmus aus Aktivität und Ruhe, wenn wir morgens aufstehen und abends schlafen gehen.

Das Lernen diese Wellen zu achten.

Der ansteigenden Welle aus Aktivität Raum zu geben. Anzuspannen und festzuhalten.

Und mich in die absteigende Welle der Passivität und Entspannung hineinsinken zu lassen. Zu entspannen und loszulassen.

Und die großen, übergeordneten Rhythmen, die wie Mysterien unser Leben prägen.

Jahreszeiten, unsere eigene Ein- und Ausatmung, die Frequenzen des Kosmos.

In der Auraarbeit erspüre ich mit meinen Händen, wenn etwas nicht im Rhythmus zu deiner eigenen Grundschwingung steht.

Und kann dies mit der Rhythmusharmonisierung ausgleichen.

Ach ja, und solltest du mal Lust haben deinen eigenen CranioSacralen Rhytmus zu erspüren: leg einfach vor dem Einschlafen deine Hände auf die zwei knöchernen Hügel deines Beckens. Und spür mal, wie sich diese Knochen wie sanfte Flügel ganz fein nach außen öffnen – und wieder schließen.

Fein, gel?

Und jetzt wünsche ich dir noch – eine harmonische Zeit!